Schmerzlinderung unter der Geburt

Eine Geburt ist immer mit Schmerzen verbunden. Doch gibt es viele Möglichkeiten, die Geburt für die Gebärende zu erleichtern.

Wie schmerzhaft eine Geburt empfunden wird, hängt von vielen Faktoren ab, auf die die Frau selbst großen Einfluss nehmen kann.

Da jede Geburt einzigartig ist, kann man Geburten nicht vergleichen. Es ist immer ein ganz individuelles Erlebnis. Doch allen Geburten gemeinsam ist dass Ziel, Mutter und Kind auf diesem Weg so zu begleiten, dass sie unbeschadet und mit Freude den neuen Lebensabschnitt beginnen können.

Es spielt keine Rolle wie dieses Ziel erreicht wurde, ob mit oder ohne Schmerzmittel, ob Spontangeburt oder Kaiserschnitt – wichtig ist nur, dass das Geburtserlebnis von allen „Beteiligten“ als positiv empfunden wurde.

Es ist sinnvoll, erst einmal zu akzeptieren, dass bei einer Geburt mit Schmerzen zu rechnen ist.

Wir wissen, dass Schmerzen in bestimmten Situationen manchmal besser ertragen werden, darauf sollten wir aufbauen und das Umfeld entsprechend gestalten.

Bekannt ist, dass Schmerzen von jedem Menschen anders empfunden werden. Es gibt schmerzempfindliche und scheinbar schmerzunempfindliche Typen.

Ängste sind Schmerzverstärker! Indem die Frau/das Paar gut vorbereitet und informiert in die Geburt gehen, können sich diese meist gar nicht entwickeln.

Vertrauen ist ebenso wichtig, wie die liebevolle Zuwendung der Begleitpersonen. Daher sollte der Geburtsort sorgfältig ausgewählt werden und der Partner wissen was ihn erwartet und wie er helfen kann.

Unterstützung erfährt die Gebärende durch Hebammen und Ärzte. Doch wenn Atmung, Entspan­nungstechniken, warme Bäder, Massagen, Akupunktur etc. nicht weiterhelfen, gibt es Möglich­keiten der medikamentösen Schmerzlinderung

Die Gebärende entscheidet selbst, was Sie möchte. Hebamme und Arzt empfehlen und klären auf.

Sogenannte Spasmolytika (z.B. Buscopan) können der werdenden Mutter als Zäpfchen oder als Infusion verabreicht werden. Sie wirken krampflösend, sind hilfreich bei der Eröffnung des Mutter­mundes und können mehrfach gegeben werden, da sie in der Regel keine Nebenwirkungen beim Kind verursachen.

Hochwirksame Schmerzmittel z.B. Opiate wie das Dolantin können das Schmerzempfinden däm­pfen, wirken aber auch auf das Bewusstsein der Gebärenden und können sie müde und teilnahms­los machen.

Diese Schmerzmittel wirken ca. 20 Minuten nach der Gabe.

Einige Krankenhäuser verwenden Lachgas, welches über eine Maske inhaliert werden kann, wodurch die Gebärende selbst die Dosis beeinflussen kann.

Nachteile und Nebenwirkungen

Die oben besprochenen Präparate wirken unterschiedlich lang und haben natürlich auch Nebenwirkungen für die Mutter, wie Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufprobleme.

Da die Medikamente durch die Plazenta in das Blut des Kindes gelangen und seine Organe noch nicht in der Lage sind diese Stoffe abzubauen, kann es zu Atemstörungen direkt nach der Geburt kommen. Der richtige Zeitpunkt und die Dosierung müssen daher sorgfältig der Geburtssituation angepasst werden.

In der letzten Phase der Geburt gibt es einige Krankenhäuser, die einen „Pudendusblock“ setzen.

Ein Arzt spritzt ein Betäubungsmittel in das Gewebe in der Nähe der Sitzbeinhöcker wodurch der Dehnungsschmerz in Scheide und Damm ausgeblendet werden, da dies kurz vor der Geburt passiert wirkt sich die Betäubung nicht auf das Kind aus.

Periduralanästhesie (PDA)

Die PDA ist die Standardmethode, um die Geburtsschmerzen zu lindern bzw. auszuschalten.

Unter örtlicher Betäubung wird ein dünner Schlauch in den Wirbelkanal eingeführt, der bis zur Geburt dort bleibt.

Über diesen Katheter wird ein Betäubungsmittel gespritzt, welches für fast völlige Schmerzfreiheit sorgt und nicht auf das Kind übergehen kann.

Diese Betäubung wird nach einer ausführlichen Anamnese, Aufklärung und Einverständniserklärung durchgeführt und kann auch bei einem evtl. Kaiserschnitt genutzt werden.

Da die Beine betäubt sind, können Frauen mit einer PDA nicht laufen und nur im Bett entbinden.

Natürlich ist die PDA ein Eingriff, der auch Risiken birgt, über die Sie ausführlich aufgeklärt werden.

Je nach Geburtsverlauf kann es in der Austreibungsphase zu Problemen kommen, da der Pressdrang durch die Narkose nicht wahrgenommen werden kann.

Wenn der Zeitpunkt für eine PDA richtig gewählt wurde, können diese Komplikationen vermieden werden.